Schluss mit Paris?

Gerade erst wurde bekannt, dass die IMG-Fashion-Week in New York mit Mercedes-Benz ihren Hauptsponsor verliert, da horcht die Modewelt erneut auf. Paris’ Status als unangefochtene Modemetropole wankt. Das zumindest titelten die Zeitungen, nachdem das Haute-Couture-Label Valentino bekannt gegeben hatte, in diesem Jahr im Juli in Rom und eben nicht in der Metropole an der Seine zeigen zu wollen. Auch eine erst kürzlich entworfene Kollektion weißer Abendkleider stellten die Designer des Modehauses lieber in New York vor. Und auch der gerade erst wieder in die Welt der Haut Couture zurückgekehrte John Galliano will die neuen Entwürfe seines Arbeitgebers Martin Margiela in London vorstellen.

Weg von Paris, ist das ein Trend? Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen, doch eines ist Realität: die an Haute Couture interessierten Kunden kommen nicht mehr nur aus Europa. Wohlhabende Chinesen, Araber, Amerikaner und Russen haben einen anderen Reiseradius, viele von ihnen sind leichter für Schauen in den USA und Großbritannien zu interessieren. Außerdem scheuen wirklich finanzkräftige Kunden immer öfter den Modezirkus mit seinen nicht enden wollenden Blitzlichtgewittern. Auch Modezar Karl Lagerfeld hat das erkannt. Er zeigt, ganz Trendsetter, Kollektionen schon jetzt rund um den Globus, etwa in Dubai und Shanghai, zwei Epizentren des internationalen, zunehmend unsichtbar werdenen Jetsets.

(LF, Bildquelle: gettyimages)

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